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Gefühle und Neuanfang

Einsamkeit überwinden: kleine Schritte zurück zu Menschen

Einsam kann man sich auch unter vielen Menschen fühlen, und mancher ist gern allein, ohne einsam zu sein. Wenn Einsamkeit wehtut, helfen oft kleine, regelmäßige Schritte mehr als große Vorsätze.

Von Andre Schulz, Gründer von IhrPasst · Aktualisiert am · 2 Minuten Lesezeit

Alleinsein und Einsamkeit sind nicht dasselbe

Viele Menschen sind gern einmal allein. Ein ruhiger Abend mit einem Buch, ein Spaziergang ohne Gesprächszwang: Das kann guttun. Einsamkeit ist etwas anderes. Sie ist das schmerzhafte Gefühl, dass Nähe, Austausch und Zugehörigkeit fehlen. Man kann sich auch einsam fühlen, wenn man von Menschen umgeben ist, in einer Beziehung lebt oder einen vollen Kalender hat.

Einsamkeit ist weit verbreitet, in jedem Alter. Sie ist kein persönliches Versagen, sondern ein Signal, dass ein wichtiges Bedürfnis zu kurz kommt.

Warum Einsamkeit sich verfestigen kann

Wer sich einsam fühlt, zieht sich oft weiter zurück. Man sagt Einladungen ab, weil man sich unwohl fühlt, und hat danach noch weniger Kontakt. So entsteht ein Kreislauf, der sich mit kleinen, bewussten Schritten durchbrechen lässt.

Kleine Schritte, die helfen

  • Regelmäßigkeit statt Größe: Ein fester wöchentlicher Termin, etwa im Chor, in der Laufgruppe oder beim Spieleabend, schafft mit der Zeit echte Vertrautheit.
  • Alte Kontakte wiederbeleben: Eine kurze Nachricht an jemanden, von dem man lange nichts gehört hat, ist oft willkommener, als man denkt.
  • Etwas für andere tun: Ehrenamt verbindet und gibt das Gefühl, gebraucht zu werden.
  • Kleine Begegnungen wertschätzen: Ein Gespräch mit der Nachbarin, ein paar Worte beim Bäcker. Auch kleine Kontakte zählen.
  • Struktur geben: Feste Zeiten, Bewegung an der frischen Luft und genug Schlaf stärken die Stimmung.
  • Vorsichtig mit Bildschirmzeit: Stundenlanges Scrollen durch das Leben anderer kann das Gefühl, außen vor zu sein, eher verstärken.

Einsamkeit und Partnersuche

Für viele ist der Wunsch nach einer Partnerschaft eng mit Einsamkeit verbunden. Eine Beziehung kann viel Nähe und Geborgenheit schenken. Trotzdem ist es gut, wenn sie nicht der einzige Weg aus der Einsamkeit ist. Wer auch Freunde, Hobbys und eigene Quellen der Freude hat, geht entspannter in eine Partnersuche und begegnet einem neuen Menschen auf Augenhöhe.

Wenn du bereit bist, jemanden kennenzulernen, findest du im Ratgeber Partner finden: online und im echten Leben Wege, die zu dir passen.

Wann du dir Unterstützung holen solltest

Wenn Einsamkeit über lange Zeit anhält, dich niedergeschlagen macht, dir den Schlaf raubt oder du dich zunehmend zurückziehst, sprich bitte mit jemandem darüber. Gute Anlaufstellen sind deine Hausärztin oder dein Hausarzt und psychologische Beratungsstellen.

Wenn es dir sehr schlecht geht

Die Telefonseelsorge ist rund um die Uhr kostenlos und anonym für dich da: 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123. Wenn du daran denkst, dir etwas anzutun, wähle bitte im Notfall 112.

Bei IhrPasst

Bei IhrPasst geht es um ernsthafte Beziehungen. Wenn ihr euch gegenseitig vorgeschlagen wurdet und beide Ja gesagt habt, könnt ihr euch schreiben und per Video sehen, in eurem Tempo.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Alleinsein und Einsamkeit?

Alleinsein beschreibt, dass niemand da ist. Das kann auch angenehm sein. Einsamkeit ist das schmerzhafte Gefühl, dass Nähe und Verbindung fehlen, und kann auch mitten unter Menschen auftreten.

Was hilft gegen Einsamkeit?

Regelmäßige Kontakte, auch kleine: ein fester Termin im Verein, ein Kurs, Ehrenamt, ein wöchentliches Telefonat. Wichtig ist die Wiederholung, denn Vertrautheit entsteht durch regelmäßige Begegnungen.

Wo bekomme ich Hilfe, wenn es mir sehr schlecht geht?

Bei deiner Hausärztin oder deinem Hausarzt, bei einer psychologischen Beratungsstelle und rund um die Uhr bei der Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111, 0800 111 0 222 oder 116 123.

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